Windraum mit künstlichem Wirbelsturm erzeugt durch Nebel und Hochleistungs-Trommelventilator

Windraum
2019 Kallmann-Museum Ismaning

Begehbarer Windraum aus 96 dreieckigen Mulitplex-Holzplatten. Zusammengefügt ergeben sie eine 2,90 m hohe und 5,12 m breite Konstruktion, deren Decke gleichfalls aus Holz einen Lamellenkreis bildet. In der Deckenmitte befindet sich ein Hochleistungsventilator mit 93 cm Durchmesser, der mittels künstlichem Nebel einen Wirbelsturm erzeugt, der nach kurzer Zeit in sich zusammenfällt um sich zugleich in variierender Form neu zu bilden. Die Installation bietet damit ein eindrückliches Bild von den bedrohlichen Kräften der Natur, die gleichzeitig eine ganz eigene Faszination und Schönheit besitzen.  
Unmittelbare Auswirkungen des Klimawandels sind die zerstörerischen Kräfte von Wirbelstürmen, die von den Betroffenen zwar schmerzhaft erfahren werden, deren Struktur in ihrer Gesamtheit von der Erde aus aber weitestgehend unsichtbar bleibt. Indem im Windraum mit künstlichen Mitteln ein Tornado erzeugt wird, entfaltet er diese Kräfte im kleinen Maßstab und macht so seine Entstehung nachvollziehbar. Die Struktur aus Kunstnebel setzt der Vorstellung eines Wirbelsturms, der in Mitteleuropa praktisch nur aus den Nachrichten und vor allem durch die Bilder zerstörter Häuser und überfluteter Landschaften bekannt ist, eine unmittelbare Erfahrung entgegen. Eingeschlossen in einen Raum bewegt sich die Windrose im Spannungsverhältnis zwischen den unbeherrschbaren Kräften der Natur und den menschlichen Versuchen, diese Kräfte zu kontrollieren. 

In verschiedenen Projekten wurde immer wieder das Form- und Konstruktionsprinzip von Buckminster Fuller aufgegriffen (geodätische Kuppel) -  2002 skyplace, Bali und 2018 Tensegrity, Wiesloch, Deutschland.  

Recherche und Raumentwicklung über CAD Technik: Die 96 Dreiecke des Windraums wurden ausschließlich mit einer mehrachsigen CNC Holzbearbeitungsmaschine gefertigt. Dabei wurden in einem Arbeitsablauf mehrere Winkel geschnitten, in die Seitenkanten Aufnahmen für Verbindungselemente gefräst und an den Oberflächen Bohrungen für Werkzeuge gesetzt. Die Komplexität der Abwicklungen (inkl. Hinterfräsungen) wurde durch diese digitale Produktionsweise ermöglicht, die zur Reduzierung des Materialaufwands gewählt wurde. Der Bau des Raums nur aus Platten, ohne weitere Stützen oder Verstärkungselemente war nur über diesen Digitalprozess möglich. 

 

 

 


Installation im Kallmann-Museum


Erste Montage in einer Halle

Wissenschaftliche Beratung und technische Umsetzung des Tornados: Lehrstuhl für Gebäudetechnologie und klimagerechtes Bauen an der TUM. 
Projektentwicklung und Projektleitung: David Briels  
Beratung und technische Umsetzung des Holzbaus: Patrick Fritz, Schreinerei Wetzl, Schwindegg